Tim Eitel ist ein Spezialist~ Bilder, auf denen einzelne Figuren, Farbflgchen und architektonisehe Strukturen zu Einheiten von r~tselhafter, aber schlanker Eleganz verschmelzen. Tim Eitel, wie alle LIGA-Kollaborateure* an der Leipziger Hochschule fur Grafik und Buchkunst bestens ausge- bildet, ist vielleicht der n~chternste unter den mit dem Pinsel in Melancholie und Ornament schwelgenden Kollegen. Eitel vermeidet, es sich im schwersamtenen Arrangement bequem zu machen. Klimatisch sucht er eher die Temperaturen einer Frisehhaltebox. Eitels Bilder der letzten zw~lf Monate leben aus der Staffelung und geometrischen Ordnung von Farbflgchen, die zwar tonal ineinander Qbergehen, aber scharfkantig voneinander abgegrenzt werden. Llber seine zumeist hellen, von lichter Atmosphere gekennzeichneten Bilder spricht Eitels Fan-Publikum am liebsten im kOhlen Tonfall eines Meehanikers, wobei man sich beflissen anschickt, ganz beilgufig ein bisschen kunsthistorische Spezialkenntnis in Bezug auf den Stil der Neuen Sachlichkeit zu demonstrieren, den Spezialaspekt ,,Desillusionierung des Eros\" eingeschlossen. Freilich wandert man so geradewegs in die Deutungsfalle. Denn Eitels Bilder zeigen nicht die sch~nere Welt, vielmehr die der lebendigen Korrespondenzfghigkeit einer Farbe mit ihrer Nachbarfarbe. Und sie bezeugen die Paradoxien des Heute. Aueh dadurch, dass als Eitels momentane geistige Steuermgnner der Hollander Piet Mondrian und der Romantiker Caspar David Friedrich prgsent sind. Breiter kann man die Schere nicht ~ffnen. Verk~rpern doch Mondrian und Friedrieh auch die Spaltung der Kunstgeschichte in Bezug auf das Anschaubare und das Nicht-Anschaubare das, was die Augen sehen k~nnen, und das, was jenseits der Sichtbarkeit liegt. FUr Eitel, wi.e Obrigens for viele KQnstler vor ihm, sind Materie und Geist jedoch keine Gegensgtze und so treffen in seinen Bildern Seinsweisen aufeinander, die normalerweise vet und hinter Trennstrichen liegen. Der Besucher sieht sieh hgufig vet einem Fragezeichen, dem wunderbare Farbflgchenbefreiungen folgen, Befreiungen aus dem Zwang, an Gegenstgndlichkeit gebunden zu sein. Erz~hlerische Antworten bleiben aus. Wohl aber auch
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